Umbauarbeiten

Nach langer, langer Zeit und vielen, vielen Momenten, in denen ich gedacht habe, jetzt hätte ich gerne meinen Blog, bzw. meine Website in Schuss, um etwas loszuwerden, habe ich mich dieses Wochenende endlich dazu durchgerungen, das mal anzupacken.

Da ich momentan wahrscheinlich wenige bis gar keine Leser habe, ist die Ankündigung, dass hier in nächster Zeit ein paar Sachen nicht so gut funktionieren könnten, zwar komplett überflüssig … aber der Vollständigkeit halber eben nun mal hier. Außerdem will ich mein neues multilingual-Plugin testen.

Cheers!

Zurück in die Zukunft

SIND FACEBOOK-APPS NOCH ZEITGEMÄß?

Fasching Dienstag in Admont.
Kommt ein Indianer in eine Ford-Filiale und fragt die Verkäuferin: „Kann ich diesen Mustang Probe reiten?“ Sagt die: „Gerne, registrieren Sie sich bitte mit Ihrem Facebook-Account.“

Was klingt wie der Beginn eines feuchten Traums Mark Zuckerbergs, ist in Wirklichkeit ein schlechter Witz in Sachen User Experience. Was passiert denn, wenn der Indianer gar keinen Facebook-Account hat?

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Ganz schnell zehn Thesen: #Auslachen statt #Aufschrei

Es wurde bereits zu viel geschrieben zum #Aufschrei. Ich halte mich kurz:

  1. Brüderle ist in meinen Augen kein sexistischer Macho, sondern hat sich peinlich verhalten. Ich schäme mich fremd.
  2. Frauen werden im aktuell vorherrschenden Verhaltensrepertoire eher von Männern angesprochen.
  3. Ein Mann kann nicht wissen, ob eine Frau an ihm interessiert ist Viele Männer fühlen sich nicht in der Lage, zu wissen, ob eine Frau an ihnen interessiert ist, ohne sie anzusprechen.
  4. Viele Männer stellen sich verdammt dumm dabei an und wissen nicht, wann sie aufgeben sollten.
  5. Frauen sollten öfter Männer ansprechen.
  6. Sexismus ist nicht dasselbe wie sexuelle Belästigung.
  7. Sexismus kommt auch gegenüber Männern vor.
  8. Männer lachen meist darüber.
  9. Frauen sollten auch darüber lachen.
  10. Einen sexistischen Macho stört es eher, ausgelacht zu werden, als wenn er unter einem Aufschrei als Sexist bezeichnet wird.

Guten Abend.

Facebook lernt Sprechen

Naja, es sieht gerade eher danach aus als lerne es Zuhören. Und so geht das Meiste, was ich zur neuen Graph Search gerade so lese, über diesen Punkt auch geflissentlich hinweg.

Leider hatte ich bisher nicht die Möglichkeit, die Graph Search auszuprobieren. Gerade befindet sie sich noch in der geschlossenen Beta. Aber nach allem, was Facebook und erste Nutzer darüber schreiben, geschieht gerade, was vorauszusehen war:

Facebook nutzt das semantische Netz, das es sich in den letzten Jahren aufgebaut hat und immer weiter aufbaut. Kurz gesagt: Es bekommt seit einiger Zeit unsere Sprache beigebracht. Und jetzt beginnt Facebook, mit uns zu reden. Die Antworten bestehen in der Graph Search anscheinend nur aus Substantiven. Die Fragen, die der Graph Search gestellt werden können, sind bereits fast Sätze. Es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren lernt, in ganzen Sätzen zu antworten.

Über einige Jahre hinweg kannte Facebook nur ein paar Sätze, wie:

  • [Person] gefällt [Objekt].
  • [Person] ist befreundet mit [Person].

Damit konnte es sich bereits einen großen Wortschatz an Substantiven und Eigennamen aneignen.

Seit der Einführung von Open Graph Actions lernt es auch Verben, Adjektive und sonstige Wortarten, die man zum Sprechen so braucht.

Jeder Facebook-Entwickler kann für seine Anwendung Verben (die Actions) definieren und mit welchen Objekten sie verknüpft werden können. Jeder Entwickler legt fest, mit welchen Objekten das definierte Prädikat interagieren kann. Das Ganze unterliegt einem strikten Review-Prozess. Jetzt sollte auch jedem klar sein warum: Sonst wäre das, als würden sie einem Baby falsche Wörter beibringen.

Hinzu kommen noch Attribute zu Objekten oder Aktionen, die Eigenschaften (z.B. Adjektive) oder andere Objekte (z.B. Orte) oder Personen sein können.

Heraus kommt ein sinnvoll verknüpfter Wortschatz für Facebook, das dann Sätze bilden kann, wie:

  • [Person] hört sich gerade [Song] von [Künstler] auf [Plattform] an.
  • [Person] hat [Foto] auf [Plattform] veröffentlicht. 

Facebook steht also ein stetig wachsendes crowd-sourced semantic web zur Verfügung. Es lernt Sprechen.

Die Milchmädchen, das Geld und das Netz: MUSE NET geht online

Es waren einmal ein paar Milchmädchen, die mochten schöne Kleider. Und weil sie auch gerne schrieben, schrieben sie eben viel über schöne Kleider. Und viele andere lasen das sehr eifrig. Aber irgendwann bemerkten die Milchmädchen, dass sie sich davon keine schönen Kleider kaufen konnten. Da schlossen sie sich zusammen. Im MUSE NET.

fashionpuppe.comi love Ponystea&twigs und auch This is Jane Wayne waren gerade für die letzten 24 Stunden nicht lesbar. Blockiert durch ein mysteriöses M. Jetzt sind sie wieder auferstanden. Warum mich das interessiert? Nicht etwa, weil ich plötzlich Fashionblogs konsumiere, sondern weil die Quelle allen Übels mit mir in einem Büro sitzt: monochrome.

MUSE NET ist das erste Projekt des Startups. Ihr könnt euch monochrome als Agentur für Blogger vorstellen, die mit Bloggen Geld verdienen wollen. Das Fashionblog-Netzwerk MUSE NET soll helfen, Modebloggerinnen beispielsweise gegenüber Werbekunden eine bessere Verhandlungsposition zu geben.

Ich hoffe die Rechnung geht für die Milchmädchen, wie sie MUSE NET selbstironisch nennt, auf. Denn mit mehr Geld werden die Inhalte sicher noch besser, weil mehr Zeit dafür aufgebracht werden kann. Mit entsprechenden Mechanismen innerhalb des Netzwerkes könnten die Blogger trotzdem ihre Unabhängigkeit wahren. Gerade bei Modeblogs kann das nur gut tun.

Ich weiß nicht, ob es bereits Vergleichbares gibt. Die Idee liegt ja eigentlich nicht so fern. Aber wenn nicht, hoffe ich, dass es Nachahmer gibt auch in anderen „Ressorts“. Denn es könnte der Beginn einer neuen Form des Verlegens journalistischer Inhalte sein: Mit Autoren im Mittelpunkt, nicht Magazinen.

Aus dem Giftschrank: Was ich bei der Welle so getrieben habe

Bevor Kollegen, Freunde, Kinder oder andere bösartige Zeitgenossen meine ersten selbstgebauten TV-Beiträge irgendwann aus dem Giftschrank holen: Hier sind sie. Teils komplett selbst gedreht, teils zugedreht, teils komplett aus Fremdmaterial neu geschnibbelt. Viel Spaß.

Roller-Derby: Rugby auf Rollschuhen

Auf dw.de.

Hacking Authism

Auf dw.de.

Erlebnismarktplatz Gidsy

Auf dw.de.

Und hier noch zwei Clips, die aufgrund von Lizenzgedöns, soweit ich das sehe, nicht auf youtube zu finden sind:

Massenphänomen e-Sport

Datenspeicher Cloud

Und im Giftschrank bleiben:

Eigentlich hatte ich noch einen Beitrag über Shitstorms gebaut, insbesondere über das leckere Hähnchen auf der Pril-Flasche. Auf den war ich stolz. Er war aber wohl ein wenig zu verspielt für die Deutsche Welle …

Und den Rest, den muss ich nicht zeigen ;)

*für die grausame Bildqualität auf youtube würde ich mich gerne entschuldigen, kann aber nichts dafür …

Die ZEIT zensiert die Welt

Es folgt ein spontaner, runtergeratterter Ausbruch eines mittlerweile vom teils bodenlosen zweifelhaften inhaltlichen Niveau der ZEIT frustrierten Abonnenten und angehenden Journalisten:

Ja, es ist möglich, Kritik an Google, Amazon, Apple und Facebook zu äußern. Es ist sogar berechtigt. Aber nicht so. Die ZEIT* macht es jedem Konzernsprecher viel zu einfach, den gesamten Auftakt zur angekündigten „losen Folge von Artikeln in verschiedenen Ressorts, die sich in den kommenden Wochen mit den Netzkonzernen befassen“, als lückenhafte und widersprüchliche Panikmache abzutun.

Schon die Überschrift „Vier Sheriffs zensieren die Welt“ (UPDATE 6.8.: jetzt, leicht verändert, auch online)  ist so reißerisch, dass es schwer vorstellbar ist, dass es überhaupt möglich ist, sie durch den Text zu decken. Aber gut.

Der Einstieg mit einem Facebook-Stasi-Vergleich lässt schlucken. Facebook hat vor wenigen Wochen User gefragt, ob Freunde ihre echten Namen angegeben haben. Facebooks Begründung: Ein Test. Statistik. Die ZEIT fragt knallhart nach: „Ein Test? Was für ein Test? Ob Menschen bereitwillig ihre Freunde verraten, wenn eine Software sie dazu auffordert?“ Nein, liebe ZEIT. Wohl eher für den ersten Quartalsbericht. Es ist nämlich durchaus von Interesse für die Aktionäre, wie viele User gefaked sind. Dass die Methode nicht sonderlich geschickt war, ist diskutabel. Aber wer sich in einem Netzwerk anmeldet, das laut AGB Klarnamen verlangt, läuft eben auch Gefahr gelöscht zu werden.

Zweiter Schluckauf: „Amazon: nahm Anfang Juni das „Schwarzbuch WWF“ vorübergehend aus dem Programm“. Gottogott. Ja natürlich! Der WWF hat Unterlassungsansprüche gegen den Konzern geltend gemacht! Die dju wirft korrekterweise dem WWF versuchte Zensur vor. Die dju hat den Zensurvorwurf gegenüber den Händlern vorgemacht. Im Wissen, dass journalistische Angebote, und sicher auch die ZEIT, regelmäßig aus Angst vor juristischen und vor allem geldwerten Konsequenzen die Berichterstattung über bestimmte Promis oder Unternehmen zumindest bis zur Klärung der Rechtslage unterlassen. Niemand würde den Presseorganen vorwerfen, sie betrieben Zensur.

Dann ist Google dran: „filtert die Ergebnisse seiner Suchmaschine weltweit mal nach politischen Vorgaben, mal nach unterstellten persönlichen Interessen der Nutzer. Jedenfalls nicht immer so neutral, wie es das schlichte Weiß der Internetseite suggeriert.“ Soll sie jetzt schwarz sein oder was? Oder in der Lieblingsfarbe des Nutzers? Jeder Zeitungskiosk unterstellt mir als durchschnittlichem Kunden Interessen. Wenn mich der Verkäufer besser kennt und nett sein will, bietet er mir vielleicht auch etwas Besonderes aus seinem Sortiment an. Wenn ich das nicht will, bitte ich ihn freundlich, das zu lassen. Und wenn ich mit der Interessenseinschätzung nicht einverstanden bin, liefert mir bei Google eine Google-Suche („google ohne personalisierung“) an zweiter Stelle eine Anleitung von Google wie ich das deaktivieren kann.

Und weiter geht’s im munteren die Wand schwarz Anmalen. Über Formulierungen wie „autoritäres Disneyland“, „potente Zensurmaschinen“ oder „Gedankenwächter der Gegenwart“ geht es der trägen „Netzgemeinde“ (für mich heißer Kandidat für das Unwort des Jahres) an den Kragen. Die „Shitstorms“ seien zwar heftig, aber im Protest geht den „digital natives“, im Gegensatz zu den heroischen 68ern, „schnell die Puste aus„. Ja, vielleicht, weil die im Gegensatz zu den Autoren begreifen, dass so viel Macht, wie den Konzernen hier zugeschrieben wird, diese gar nicht haben.

Denn, wen es stört, dass Apple Lieder auf dem eigenen Gerät austauscht, die „four letter words“ enthalten, nutzt einfach dessen Sync-Dienste nicht mehr. Wer nackte Brüste oder Kritik an Apple in seinen Apps sehen will, kauft ein anderes Handy oder macht einen Jailbreak (das ist mithilfe einer Suchmaschine für jeden, der Step-for-Step-Anleitungen folgen kann, kein Problem). Es gibt Alternativen. Man findet sie mithilfe von Google. Oder eben jeder anderen Suchmaschine (ja, die findet man auch mit Google). „Franz Kafka schilderte in seinem Prozess, wie ein einzelner Mensch versuchte, sich in einem vernebelten System zurechtzufinden. Im Fall von Apple sind es Millionen von Menschen.“ Ja, Millionen Menschen, die durch fernliegende und schiefe literarische Vergleiche ein bräsiges Pseudo-Bildungsbürgertum pflegen.

Die selbe Unwissenheit spricht aus der Empörung darüber, dass Facebook die Konversationen seiner User maschinell überwacht, vorgeblich um Cyber-Grooming zu verhindern. Ja. Beunruhigende Sache. Ich würde auch gerne meine Mails und Chats verschlüsseln. Weil Facebook mir eben niemals zugesichert hat, das Mitlesen zu unterlassen und Emails so vertraulich sind wie Postkarten. Und Verschlüsselung ist auch auf Facebook möglich (mithilfe eines Chat-Programms wie Adium oder Pidgin, der das Jabber-Protokoll und OTR unterstützt). Aber diese mit der Installation eines einzigen Programms einfache Lösung des Problems wird in keinem derartiger Allgemeine-Massen-Verunsicherungs-Artikeln auch nur ansatzweise erwähnt. Weshalb Leute wie ich ihre Konversationen aufgrund der mangelnden Verbreitung der Programme nicht verschlüsseln können.

Es folgt eine Abhandlung über Brustwarzen und Penisverbote auf Facebook, die wissenschaftlich nicht belegte, im Fall von Facebook sogar einmal widerlegte stichhaltig entkräftete, Geschichte der Filter-Bubble und schließlich der uralte Vorwurf, dass Google während der Street-View Touren Nutzerdaten privater unverschlüsselter Funknetze gesammelt hat und sie trotz entsprechender Aufforderungen durch Staatsorgane noch nicht komplett gelöscht hat. Weiß man, dass Google eine Menge redundanter Backups durchführt, nicht einmal präzise weiß, wie viele Server das Unternehmen zur Zeit hat und welche Daten sich auf welcher Festplatte befinden, kann man durchaus von einem Fehler ausgehen, wie es in einem Brief an den obersten britischen Datenschützer Steve Eckersley heißt. Außerdem: Was soll Google mit zufällig in einem Zeitraum von einer Ampelschaltung abgegriffenen Emails und Chats, wenn es doch Gmail hat? Ja, Peanuts, nicht mehr und nicht weniger. Es ist peinlich. Aber nicht beunruhigend. Außer es wird beunruhigend dargestellt.

Danach wird darüber lamentiert, dass sich Google und Amazon eben doch manchmal staatlichen Autoritäten beugen: Google löscht Nazi-Links in Deutschland und nach einem Gerichtsurteil auch gerne Links auf Foren und Blogs, „die deutsche Behörden und ihre Mitarbeiter betreffen. Worum es dabei ging, ist bis heute unbekannt.“ Aber leicht zu denken. Es wird wohl um Polizisten im Dienst oder Ähnliches gegangen sein. Wenn ich die auf einer Demo ohne Grund von vorne fotografiere, dürfen sie mir, zumindest in Bayern, die Kamera wegnehmen. Berechtigterweise, ich darf ja auch nicht von ihnen herausgezoomt werden, ohne einen rechtfertigenden Verdacht oder eine Gefährdungslage (ja, sie machen es trotzdem, aber ich spreche über die Rechtslage). In totalitären Staaten solle Google teilweise auch dem Druck der Regierungen nachgeben. Ja, stimmt, das tut es aber immer wieder auf recht pfiffige Weise. Gerade führt es den Chinesen aktiv vor Augen, was eigentlich alles mit vermeintlichen Fehlermeldungen durch die chinesische Kontrolle zensiert wird. Und das Amazon die Geschäftsbeziehungen zu Wiki-Leaks abgebrochen hat … Ja, fand ich auch doof. Aber hat es Wikileaks geschadet? Nein! Es kam zum Streisand-Effekt. Es gab unzählige Solidaritäts-Mirrors, die zu einer noch weiteren Verbreitung geführt haben.

Wir „digital natives“ regen uns zu Recht nicht sonderlich engagiert über diese „Sheriffs“ auf. Wir können sie verstehen, können sie und auch mit ihnen umgehen und fühlen uns deshalb auch nicht bedroht und verunsichert. Zumindest nicht so verunsichert wie Zeitgenossen, die schreiben:

„Es gibt keine echte Alternative zu Facebook, keinen ebenbürtigen Konkurrenten zu Google, oder zu Amazon. Apple muss sich bei Telefonen noch mit Samsung auseinandersetzen, aber sobald es um flache Kleinrechner geht, führt kein Weg am Apfel vorbei.

Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung.“

Ja, das habe ich zuletzt in Spiderman gehört. Könnte auch aus dem neuen Batman sein. Guter Film. Aber nicht real.

*Ich sage die ZEIT und rede nicht über die Autoren, da ich nicht weiß, wieviel an dem Text vom Autor und wieviel aus den darüber liegenden Redaktionshierarchien stammt, bzw. gedreht oder gestrichen wurde.

UPDATE (6.8.12): Der alarmistische Ton des Artikels lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass zwei leitende Redakteure des Wirtschaftsressorts der Zeit, in welchem der Artikel erschienen ist, letzten Sommer dieses Buch („Zeitbombe Internet“) veröffentlicht haben.

UPDATE (7.8.12): Sascha Lobo hat in seiner Kolumne auf SPON gemacht, was ich am meisten vermisst habe: einen Alternativvorschlag. Jammern hilft nicht gegen Netz-Sheriffs.

Liebe alle.

Mit Verwirrung

habe ich diese ganzen offenen Briefe überflogen

und sehe mich daher genötigt,

sofort ein Gedicht zu schreiben.

 

Ihre Haltung ganz allgemein

ist ebenso verwirrt wie uncool

und hinterlässt mich daher

hoffnungsvoll.

 

Ganz offensichtlich

verstehe nur ich,

wie wir die Probleme

in Berlin lösen können.

 

Aus amerikanischen Studien

sollte jeder wissen,

dass Ihre Position großartig ist.

 

Somit hoffe ich,

dass mein Gedicht

diese Diskussion endlich verlängert.

 

(Bekomme ich ein Autogramm?)

 

erstellt mit: http://wortfeld.de/offenerbrief/

Eine Karfreitagsgeschichte

Eine Karfreitagsgeschichte. Zum Glück. Es ist einer meiner Lieblingstexte, von denen, die während meiner Zeit an der Deutschen Journalistenschule entstanden sind. Dieser hier im Rahmen des Zeitungsprojekts „Wir sind im Krieg“. Aber wäre es keine Karfreitagsgeschichte, ich hätte mir noch ewig den Kopf zerbrochen, wann ich ihn auf meine Homepage stelle. Bei der Recherche ließ ich mir auch von den Admins eines Forums für Angehörige von Soldaten helfen. Die stellten meine Anfrage in das verständlicherweise nicht öffentliche Forum. Daraufhin bekam ich eine der bewegendsten Mails meines Lebens. Von einer Angehörigen. Sie beschrieb das Leid der Angehörigen in bedrückender Plastizität und warf mir in den wirkungsvollen Worten der Betroffenen Zynismus vor, wenn ich „mit dem Elend sinnloser Todesfälle“ auch noch Geld verdienen wolle. Nachdem ich ihr den bereits geschriebenen Text zu lesen gab, nahm sie das zwar wieder zurück. Aber zynisch wäre es gewesen, bei diesem Text auf einen aktuellen Anlass zu warten.

Andere kämpfen weiter

Erst um acht Uhr abends erfährt Carmen Bruns, dass ihr Mann tot ist. Es ist Karfreitag. Sie ist mit ihrer zweijährigen Tochter bei Verwandten und war nicht zu Hause, als Militärpfarrer Bernd Göde und der stellvertretende Kommandeur des Bataillons 373 vor ihrer Tür standen. Mittags hatte Pfarrer Göde Bescheid bekommen, dass er sich auf den Weg machen muss.