Die ZEIT zensiert die Welt

2012.08.02 @ 19:22

Es folgt ein spontaner, runtergeratterter Ausbruch eines mittlerweile vom teils bodenlosen zweifelhaften inhaltlichen Niveau der ZEIT frustrierten Abonnenten und angehenden Journalisten:

Ja, es ist möglich, Kritik an Google, Amazon, Apple und Facebook zu äußern. Es ist sogar berechtigt. Aber nicht so. Die ZEIT* macht es jedem Konzernsprecher viel zu einfach, den gesamten Auftakt zur angekündigten “losen Folge von Artikeln in verschiedenen Ressorts, die sich in den kommenden Wochen mit den Netzkonzernen befassen”, als lückenhafte und widersprüchliche Panikmache abzutun.

Schon die Überschrift “Vier Sheriffs zensieren die Welt” (UPDATE 6.8.: jetzt, leicht verändert, auch online)  ist so reißerisch, dass es schwer vorstellbar ist, dass es überhaupt möglich ist, sie durch den Text zu decken. Aber gut.

Der Einstieg mit einem Facebook-Stasi-Vergleich lässt schlucken. Facebook hat vor wenigen Wochen User gefragt, ob Freunde ihre echten Namen angegeben haben. Facebooks Begründung: Ein Test. Statistik. Die ZEIT fragt knallhart nach: “Ein Test? Was für ein Test? Ob Menschen bereitwillig ihre Freunde verraten, wenn eine Software sie dazu auffordert?” Nein, liebe ZEIT. Wohl eher für den ersten Quartalsbericht. Es ist nämlich durchaus von Interesse für die Aktionäre, wie viele User gefaked sind. Dass die Methode nicht sonderlich geschickt war, ist diskutabel. Aber wer sich in einem Netzwerk anmeldet, das laut AGB Klarnamen verlangt, läuft eben auch Gefahr gelöscht zu werden.

Zweiter Schluckauf: “Amazon: nahm Anfang Juni das “Schwarzbuch WWF” vorübergehend aus dem Programm”. Gottogott. Ja natürlich! Der WWF hat Unterlassungsansprüche gegen den Konzern geltend gemacht! Die dju wirft korrekterweise dem WWF versuchte Zensur vor. Die dju hat den Zensurvorwurf gegenüber den Händlern vorgemacht. Im Wissen, dass journalistische Angebote, und sicher auch die ZEIT, regelmäßig aus Angst vor juristischen und vor allem geldwerten Konsequenzen die Berichterstattung über bestimmte Promis oder Unternehmen zumindest bis zur Klärung der Rechtslage unterlassen. Niemand würde den Presseorganen vorwerfen, sie betrieben Zensur.

Dann ist Google dran: “filtert die Ergebnisse seiner Suchmaschine weltweit mal nach politischen Vorgaben, mal nach unterstellten persönlichen Interessen der Nutzer. Jedenfalls nicht immer so neutral, wie es das schlichte Weiß der Internetseite suggeriert.” Soll sie jetzt schwarz sein oder was? Oder in der Lieblingsfarbe des Nutzers? Jeder Zeitungskiosk unterstellt mir als durchschnittlichem Kunden Interessen. Wenn mich der Verkäufer besser kennt und nett sein will, bietet er mir vielleicht auch etwas Besonderes aus seinem Sortiment an. Wenn ich das nicht will, bitte ich ihn freundlich, das zu lassen. Und wenn ich mit der Interessenseinschätzung nicht einverstanden bin, liefert mir bei Google eine Google-Suche (“google ohne personalisierung”) an zweiter Stelle eine Anleitung von Google wie ich das deaktivieren kann.

Und weiter geht’s im munteren die Wand schwarz Anmalen. Über Formulierungen wie “autoritäres Disneyland”, “potente Zensurmaschinen” oder “Gedankenwächter der Gegenwart” geht es der trägen “Netzgemeinde” (für mich heißer Kandidat für das Unwort des Jahres) an den Kragen. Die “Shitstorms” seien zwar heftig, aber im Protest geht den “digital natives”, im Gegensatz zu den heroischen 68ern, “schnell die Puste aus“. Ja, vielleicht, weil die im Gegensatz zu den Autoren begreifen, dass so viel Macht, wie den Konzernen hier zugeschrieben wird, diese gar nicht haben.

Denn, wen es stört, dass Apple Lieder auf dem eigenen Gerät austauscht, die “four letter words” enthalten, nutzt einfach dessen Sync-Dienste nicht mehr. Wer nackte Brüste oder Kritik an Apple in seinen Apps sehen will, kauft ein anderes Handy oder macht einen Jailbreak (das ist mithilfe einer Suchmaschine für jeden, der Step-for-Step-Anleitungen folgen kann, kein Problem). Es gibt Alternativen. Man findet sie mithilfe von Google. Oder eben jeder anderen Suchmaschine (ja, die findet man auch mit Google). “Franz Kafka schilderte in seinem Prozess, wie ein einzelner Mensch versuchte, sich in einem vernebelten System zurechtzufinden. Im Fall von Apple sind es Millionen von Menschen.” Ja, Millionen Menschen, die durch fernliegende und schiefe literarische Vergleiche ein bräsiges Pseudo-Bildungsbürgertum pflegen.

Die selbe Unwissenheit spricht aus der Empörung darüber, dass Facebook die Konversationen seiner User maschinell überwacht, vorgeblich um Cyber-Grooming zu verhindern. Ja. Beunruhigende Sache. Ich würde auch gerne meine Mails und Chats verschlüsseln. Weil Facebook mir eben niemals zugesichert hat, das Mitlesen zu unterlassen und Emails so vertraulich sind wie Postkarten. Und Verschlüsselung ist auch auf Facebook möglich (mithilfe eines Chat-Programms wie Adium oder Pidgin, der das Jabber-Protokoll und OTR unterstützt). Aber diese mit der Installation eines einzigen Programms einfache Lösung des Problems wird in keinem derartiger Allgemeine-Massen-Verunsicherungs-Artikeln auch nur ansatzweise erwähnt. Weshalb Leute wie ich ihre Konversationen aufgrund der mangelnden Verbreitung der Programme nicht verschlüsseln können.

Es folgt eine Abhandlung über Brustwarzen und Penisverbote auf Facebook, die wissenschaftlich nicht belegte, im Fall von Facebook sogar einmal widerlegte stichhaltig entkräftete, Geschichte der Filter-Bubble und schließlich der uralte Vorwurf, dass Google während der Street-View Touren Nutzerdaten privater unverschlüsselter Funknetze gesammelt hat und sie trotz entsprechender Aufforderungen durch Staatsorgane noch nicht komplett gelöscht hat. Weiß man, dass Google eine Menge redundanter Backups durchführt, nicht einmal präzise weiß, wie viele Server das Unternehmen zur Zeit hat und welche Daten sich auf welcher Festplatte befinden, kann man durchaus von einem Fehler ausgehen, wie es in einem Brief an den obersten britischen Datenschützer Steve Eckersley heißt. Außerdem: Was soll Google mit zufällig in einem Zeitraum von einer Ampelschaltung abgegriffenen Emails und Chats, wenn es doch Gmail hat? Ja, Peanuts, nicht mehr und nicht weniger. Es ist peinlich. Aber nicht beunruhigend. Außer es wird beunruhigend dargestellt.

Danach wird darüber lamentiert, dass sich Google und Amazon eben doch manchmal staatlichen Autoritäten beugen: Google löscht Nazi-Links in Deutschland und nach einem Gerichtsurteil auch gerne Links auf Foren und Blogs, “die deutsche Behörden und ihre Mitarbeiter betreffen. Worum es dabei ging, ist bis heute unbekannt.” Aber leicht zu denken. Es wird wohl um Polizisten im Dienst oder Ähnliches gegangen sein. Wenn ich die auf einer Demo ohne Grund von vorne fotografiere, dürfen sie mir, zumindest in Bayern, die Kamera wegnehmen. Berechtigterweise, ich darf ja auch nicht von ihnen herausgezoomt werden, ohne einen rechtfertigenden Verdacht oder eine Gefährdungslage (ja, sie machen es trotzdem, aber ich spreche über die Rechtslage). In totalitären Staaten solle Google teilweise auch dem Druck der Regierungen nachgeben. Ja, stimmt, das tut es aber immer wieder auf recht pfiffige Weise. Gerade führt es den Chinesen aktiv vor Augen, was eigentlich alles mit vermeintlichen Fehlermeldungen durch die chinesische Kontrolle zensiert wird. Und das Amazon die Geschäftsbeziehungen zu Wiki-Leaks abgebrochen hat … Ja, fand ich auch doof. Aber hat es Wikileaks geschadet? Nein! Es kam zum Streisand-Effekt. Es gab unzählige Solidaritäts-Mirrors, die zu einer noch weiteren Verbreitung geführt haben.

Wir “digital natives” regen uns zu Recht nicht sonderlich engagiert über diese “Sheriffs” auf. Wir können sie verstehen, können sie und auch mit ihnen umgehen und fühlen uns deshalb auch nicht bedroht und verunsichert. Zumindest nicht so verunsichert wie Zeitgenossen, die schreiben:

“Es gibt keine echte Alternative zu Facebook, keinen ebenbürtigen Konkurrenten zu Google, oder zu Amazon. Apple muss sich bei Telefonen noch mit Samsung auseinandersetzen, aber sobald es um flache Kleinrechner geht, führt kein Weg am Apfel vorbei.

Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung.”

Ja, das habe ich zuletzt in Spiderman gehört. Könnte auch aus dem neuen Batman sein. Guter Film. Aber nicht real.

*Ich sage die ZEIT und rede nicht über die Autoren, da ich nicht weiß, wieviel an dem Text vom Autor und wieviel aus den darüber liegenden Redaktionshierarchien stammt, bzw. gedreht oder gestrichen wurde.

UPDATE (6.8.12): Der alarmistische Ton des Artikels lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass zwei leitende Redakteure des Wirtschaftsressorts der Zeit, in welchem der Artikel erschienen ist, letzten Sommer dieses Buch (“Zeitbombe Internet”) veröffentlicht haben.

UPDATE (7.8.12): Sascha Lobo hat in seiner Kolumne auf SPON gemacht, was ich am meisten vermisst habe: einen Alternativvorschlag. Jammern hilft nicht gegen Netz-Sheriffs.

  • Felix Victor Münch

    Ja, hier sind am Freitag Abend aufgrund technischer Probleme seitens Posterous (https://twitter.com/posterous/status/231493116463562753) leider ein paar Kommentare verschwunden. Posterous (mittlerweile Teil von Twitter) zensiert die Welt!Ich will sie der Welt nicht vorenthalten, mich gegen etwaige Zensurvorwürfe schützen ^_^ und rekonstruiere, was ich per Mail zur Moderation geschickt bekommen habe, bzw. was nach Abschaltung in der iPhone-App gelandet ist:Mark kommentierte:"Cooler Artikel. Aber das in Zukunft kein Weg bei "kleinrechnern" am Apfel vorbeiführt, sehe ich doch etwas anders.Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft und wir werden sehn was die Zukunft bringt."Marcus Rohwetter kommentierte:"Hallo Felix Victor,ich bin einer der Autoren der Zeit-Geschichte und will – ohne der geplanten Debatte auf zeit.de vorzugreifen – kurz auf ein paar Deiner Kritikpunkt eingehen.A) Facebook und die „Test“-Reaktion in Sachen Klarnamen. Eine Reihe von Nutzern haben die Frage nach dem Warum gestellt und bloß diese sehr abwiegelnde und abstrakte Antwort gekommen. Wenn die wahre Antwort so ist, wie Du schreibst (was ja gut sein kann): „Wohl eher für den ersten Quartalsbericht. Es ist nämlich durchaus von Interesse für die Aktionäre, wie viele User gefaked sind.“ – warum sagt das Unternehmen das nicht? Wäre ja nicht schädlich. Nur ehrlich. Und eine ehrliche Antwort kann man in solchen Fällen mE nach einfach erwarten. Das ist eine Frage des Anstands gegenüber den eigenen Kunden, die man fair behandeln oder abspeisen kann.B)Der automatische Scan zur Abwehr von Cyber Grooming. Den Punkt hat Sascha Lobo ja neulich bei SPON auch mal diskutiert http://bit.ly/LuRV1l – mit einem ganz interessanten Ansatz, wie ich finde. Er bezieht sich auf den Staat, dem gegenüber Rechte verteidigt werden müssen. Deswegen gibt es ein Grundrecht darauf, dass nicht per se jeder Brief geöffnet und jedes Telefonat gescannt wird. Klar, Facebook ist ein privates Unternehmen. Allerdings ein dermaßen großes, das es eine monopolartige Stellung hat. Daraus erwächst eine gewisse Verantwortung, das würde man bei Monopolen im Energie-, Gesundheits- oder Verkehrssektor auch so sehen. Die Telekom ist im Prinzip (ich weiß, man kann auch das diskutieren) ebenfalls ein privates Unternehmen, und wenn die jedes Telefonat scannen würde, dann wäre wohl – zurecht – die Hölle los. Erst Recht wenn der Laden faktisch keine Konkurrenz hätte.Anyway. Natürlich gibt es die Möglichkeit, wie Du schreibst: „Verschlüsselung ist auch auf Facebook möglich (mithilfe eines Chat-Programms wie Adium oder Pidgin, der das Jabber-Protokoll und OTR unterstützt).“ Ja, ja, ja. Aber: wie viele der knapp 1 Mrd Facebook Mitglieder werden das hinbekommen? Und darf man die Schutzrechte vieler weniger versierter Nutzer einfach so mit dem Argument beiseite wischen, einige kenntnisreiche Leute hätten diesen Schutz nicht nötig?Das berührt gesellschaftlich enorm relevante Fragen, die die Grundlage jedes modernen Rechtsstaats tangieren. Insofern sollte man nicht darüber hinwegwischen, dazu sind Eingriffe in das Kommunikationsgeheimnis zu sensibel.Aber lass uns – voraussichtlich am Montag, Termin klären wir noch – auf zeit.de darüber gerne weiter diskutieren. Ich würde mich freuen.Beste GrüßeMarcus"pell kommentierte"Das Niveau der Berichterstattung ist nicht besonders hoch. Da stimme ich Dir zu. Deine Erklärungen sind es allerdings auch nicht. Ob Google die Suche so personalisieren sollte, ist eine wichtige Frage, wenn sie in vielen Ländern ein Monopol haben und damit den ersten Zugriff zu Informationen "kontrollieren". Diese Wikileaks-Sache sehe ich übrigens auch anders und der Streisand-Effekt? Tut mir Leid, aber Amazon hatte damals zusammen mit Visa und Mastercard alle Beziehungen zu der Organisation abgebrochen und es ist fraglich, ob das okay ist und so eine Frage muss diskutiert werden. Unabhängig davon, ob Wikileaks das Glück hatte bekannt genug zu sein, um freiwillige Mirrorserver aufsetzen zu können, muss über so etwas gesprochen werden. Die Frage ist, wie frei Unternehmen sein dürfen, wenn sie Monopole haben, wenn die Nutzung dieser Angebote "alternativlos" erscheint.Hinter dieser unheimlich lausigen Berichterstattung der (oftmals deutschen) Medien liegen Fragen, die gestellt werden müssen. Und Deine Antworten hier – verzeih – sind unzureichend."Michael kommentierte:"Die Replik auf den Zeit-Artikel ist reichlich oberflächlich. Die Zeit hat wichtige Fragen aufgeworfen, die eine zunehmende Gefahr umschreiben. Natürlich gibt es Umgehungslösungen, aber nur für die, welche die entsprechende Medienkompetenz mitbringen.Bravo an die Zeit für den Artikel."

  • Felix Victor Münch

    @Mark:Das habe ich nicht geschrieben. Das hat die Zeit geschrieben. Wie ich schon im Artikel rüberbringen wollte: Eine falsche Behauptung. Da gebe ich dir Recht.@Marcus:Erst einmal freue ich mich, dass du auf meine Kritik reagierst. Auch die Idee einer Debatte auf zeit.de ist in meinen Augen eine gute. Ob ich während meiner Arbeitszeit daran teilnehmen kann, wird sich noch zeigen.Ich glaube auch, wir liegen gar nicht so weit auseinander, was die Ziele angeht. Nur mit euren Mitteln hatte ich ein Problem. Für mich war das ganze in seinem alarmistischen Ton einfach zu boulevardesk, zu wenig stichhaltig, in sich widersprüchlich und zu wenig lösungsorientiert und der Zensur-Vorwurf ist einfach Quatsch.A) Ja, es ist eine Frage des Umgangs mit den Kunden, wie viele Informationen ich ihnen als Unternehmen gebe. Auf der anderen Seite, wenn es denn wirklich so gewesen ist (daran habe ich mittlerweile wieder Zweifel, siehe Update unten: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-macht-Jagd-auf-Pseudonyme-1633979.html), kann die Meldung, "Facebook macht für Quartalsbericht Jagd auf Pseudonyme" durchaus schädlich sein für den Aktienkurs des Unternehmens. Es ist wohl im Interesse Facebooks, das Problem mit nicht voll verwertbaren Accounts in der Öffentlichkeit so klein wie möglich zu halten. Das die "no comment"-Strategie dabei eine der erfolgreichsten ist, die eine PR-Abteilung fahren kann, ist nichts, was spezifisch Facebook vorgeworfen werden kann. Aber kein Grund sich unqualifizierte User-Stimmen zu eigen zu machen, die es mit der Stasi vergleichen.B) Ja, Facebook ist kein Staat. Damit wäre eigentlich alles gesagt. Die Infrastruktur-Unternehmen, die du als Beispiel anführst, werden durch staatliche Kontrolle gezwungen, ihre Verantwortung zu übernehmen. Die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle von Facebook ist auf jeden Fall eine, über die es sich nachzudenken lohnt. Genauso wie das von Sasha Lobo geforderte "Telemediengeheimnis". Zur Info: Allein durch die deutschen Geheimdienste wurden im Jahr 2010 37 Millionen E-Mails überprüft. Klar, die haben das Recht dazu und Facebook ist kein Staat. Aber was fehlt ist, den Bürgern Mittel in die Hand zu geben, das zu ändern. Und das Internet liefert jede Möglichkeit dazu. Da hilft es nicht, gegen die großen Internetkonzerne anzuschreiben, die interessiert das mE einfach nicht.Ich weiß nicht, ob du einmal versucht hast, Pidgin auf Windows oder Linux (+OTR-Plugin) oder Adium auf einem Mac zu installieren. Aber um deine Frage zu beantworten: Jeder der 1 Milliarde Nutzer, der ICQ oder Skype auf seinem Rechner installiert hat, bekommt auch das hin. Mit der Installation von Microsoft Office ist man dafür schon überqualifiziert. Ich habe dafür natürlich keine Zahlen, aber ich glaube es sind genug, damit sie es dem kleinen Rest (Oma, Opa) auch noch freundlicherweise aufsetzen könnten. Das Problem ist, dass etablierte Medien dazu neigen, all das lieber als für den Leser viel zu kompliziertes Hexenwerk zu transportieren, anstatt das Thema etwas nüchterner darstellen zu müssen.Ja, das sind alles enorm wichtige gesellschaftliche Fragen. Aber anwaltschaftlicher Journalismus sollte nicht (nur) darin bestehen, die großen zwanghaft runterzuschreiben, sondern vor allem denen, die man unterstützen will das richtige Handwerkszeug in die Hand zu geben. Der Artikel hat in meinen nur apokalyptische, verschwörungstheoretisch anmutende Bilder an den Horizont gepinselt, die auch noch unausreichend belegt waren. So böse, wie man es sich als Journalist für ein großes Thema manchmal wünscht, sind Google, Facebook, Amazon und Apple einfach nicht, zumindest ist es (noch) nicht belegbar. Es sind Unternehmen, die Gewinn machen wollen. Zusätzlich gibt es Lösungen und Alternativen. Aber vielleicht kommt dieser Teil der Geschichte ja in den nächsten Ausgaben.@pell:Google kontrolliert keinen Zugang zu Informationen. Wie denn?@Michael:Das war keine Replik, das war ein Rant. Ja, er hätte sorgfältiger und tiefgehender sein können. Aber dann wäre es kein Rant ;) Und zu den "wichtigen Fragen" kann ich es nicht besser ausdrücken als @sixtus: https://twitter.com/sixtus/status/231417680782053377 (obwohl ich nicht weiß, ob er sich auf diese Debatte bezog).

  • Klaus

    "Vier Sheriffs zensieren die Welt"Wieso daran mäkeln? Gibt’s da eine Liebschaft (Reklamedeal o.ä.?) mit einem dieser Daten-Schmarotzer? Die Überschrift trift’s doch genau! Höchstens noch: …die Internet-Welt.

  • Felix Victor Münch

    @Klaus:Nein, ich stehe außer als Nutzer ihrer Dienste in keiner Beziehung zu einem der Konzerne und bin weder verwandt noch verschwägert mit einem ihrer Mitarbeiter-_-

  • Tobi

    Ich denke, Du greifst die Argumentation im Zeit-Artikel teilweise völlig zu Recht an. Die grundsätzliche Stoßrichtung der Autoren finde ich jedoch richtig, weil mich die Macht der "vier Sherrifs" sehr wohl besorgt. Es geht mir – und der Zeit genauso wenig – nicht allein um den Status quo, sondern um die Gefahren einer fortschreitenden Monopolisierung von Amazon, Apple, Facebook und Google."Wir "digital natives" regen uns zu Recht nicht sonderlich engagiert über diese "Sheriffs" auf. Wir können sie verstehen, können sie und auch mit ihnen umgehen"Mag sein. Aber die Masse der weniger erfahrenen Nutzer aus aller Welt scharrt sich um vier digitale Lagerfeuer, ohne den Rest noch groß wahrzunehmen.

  • Felix Victor Münch

    @Tobi:Volle Zustimmung. Ich schreibe ja auch: "Ja, es ist möglich, Kritik an Google, Amazon, Apple und Facebook zu äußern. Es ist sogar berechtigt." > "Aber die Masse der weniger erfahrenen Nutzer aus aller Welt scharrt sich um vier digitale Lagerfeuer, ohne den Rest noch groß wahrzunehmen."Dann sollte der "Masse" nicht auch noch der Eindruck vermittelt werden, dass die Macht der vier "Lagerfeuer" unendlich groß, alternativlos und unüberwindbar sei.

  • Ohne-Gebeine Holze-Stäbchen

    Genau, ist ja alles gar nicht so schlimm. Man könnte ja irgendwie immer noch irgendwo mitdrölfzig Programmen einen Umweg über die Hintertür durch die Brust ins Auge finden und dann würde das ja doch alles nicht passieren.Herzlichen Glückwunsch, Sie tragen erfolgreich zur Verharmlosung von Informationsverzerrung und zur Beschränkung von Informationen aus bestenfalls gewinnorientierten und schlimmstenfalls aus agendabegründeten Motiven bei.Ob Sie es glauben oder nicht, es galt mal als Errungenschaft, möglichst viele Informationen zu besitzen. Das Bewerten von Informationen und das Auswählen, welche davon ich zur Kentniss nehmen mag ist nach meinem Geschmack durch das Google Ranking schon eingeschränkt genug aber Ihnn darfs noch ein bischen mehr vorgekaut sein, ja?Und danke, ich entscheide immer noch gerne selber, in welcher Ausprägung ich mir Nacktheit (insbesondere wenn es um Kunst geht) oder "explicit lyrics" antuen möchte. Sie finden es ok, wenn ihnen die prüden Vorstellungen aus Cupertino aufgedrückt werden? Bittesehr. Möglicherweise sehen das andere Leute jedoch nicht ganz so. Kann ja sein dass Sie mit Pressefreiheit im Grundgesetz nicht so viel verbinden (Gnade der späten Geburt und so…) aber wenn in Deutschland verfassungsmäßig garantierte Rechte durch Moralvorstellungen irgendwelchen bible belt Amerikaner verschoben werden bekomme ich eine leichte Gänsehaut. Ich mache mir eben lieber selber Gedanken, was gut für mich ist. Aber einen Artikel der in absolut adäquater Form den vielen Millionen Nutzern, die das eben nicht so sehen wie Sie hier "Aufbauschen" vorzuwerfen und das ganze auf einer sehr… ich sage mal vorsichtig, sehr selbstbewussten Art, das hat die Zeit tatsächlich nicht verdient. Vielleicht trainieren Sie ihr Journalistendasein einfach noch ein bischen weiter.Und so von einen digital native zum nächsten: Facebook wird in Massen von Leuten benutzt, die weder Office noch Pidgin installieren können, geschweige denn wissen, wozu das gut sein soll, noch wo man das findet. Und die Million Skypekunden (wirklich so viele?) fallen im Vergleich zu den je nach Quelle 800 Mio. bis 1 Mrd. Facebook-Nutzern doch nicht ganz so ins Gewicht.Glauben Sie nicht? Macht nix. Die Erfahrung werden Sie schon noch machen. Und Artikel, die zum vorsichtigen Umgang mit solchen zentralen Flaschenhälsen des Informationsflusses aufrufen können schon fast nicht alarmistisch genug sein. "Google kontrolliert keine Informationen" *boggle* Ja ne ist klar, ich warte dann mal auf den Link zu ihrer selbstgeschriebenen Websuchen-Alternative. Wenn jemand entscheiden kann "Du wirst gefunden, du nicht" natürlich kontrolliert der.Das macht er bestenfalls aus "Usability-Gründen" (Google Ranking) und schlimmstenfalls, weil "irgendwer" eben beschlossen hat, "DAS solltest DU aber n icht sehen".Wie man das leugnen oder verharmlosen kann, so lange es eben keinen adäquaten Wettbewerb(er) gibt muss ich nicht verstehen. Kann ich auch nicht. Ihre Meinung, meine Meinung, so stehen sie da mal nebeneinander.

  • Statistiker

    Einige Kommentatoren (Klaus, Ohne-Gebeine Holze-Stäbchen) scheinen die Auffassung zu haben, es gäbe einen Zwang, die besagten Dienste oder Produkte zu nutzen. Und darin eine grundgesetzwidrige Aktivitäten sehen.Sorry, aber Leute: geht mal in Euch…..Übrigens: Es wird sich nie ein reines Monopol einstellen (1. Stunde VWL)….. ich erläuter das nicht weiter, jeder hat einen Kopf zum selber Denken….

  • Felix Victor Münch

    @Ohne-Gebeine Holze-Stäbchen:Danke für die selbstbewussten Glückwünsche und viel Spaß bei der Auswahl von Informationen ohne Ranking.Wenn sie keine Alternative zu Google finden, tut mir das sehr leid. Wenn Sie trotzdem Nackte sehen wollen, klicken Sie bitte hier (https://www.google.de/preferences?hl=de) und stellen auf "kein Filter".Ich genieße dann mal die Gnade der späten Geburt und trainiere weiter mein Journalistendasein.

  • Naja.

    Lieber Felix Victor,wenigstens sind die ZEIT-Artikel LESBAR. Dein hirnverzwirnender Beitrag hingegen quält den Leser schon ziemlich arg…. nix für ungut, aber zumindest in punkto Verständlichkeit & Argumentationsfähigkeit sind die Zeit-Redakteure weit vorn.

  • Felix Victor Münch

    @Naja.:"spontaner, runtergeratterter Ausbruch" (s.o.) vs. angeblich "wochenlange Recherche" (s. ZEIT im Print)

  • Felix Victor Münch

    @Naja.:Aber du hast Recht. Ich hätte nach dem Runterrattern wenigstens einmal redigieren können. Das nächste Mal gerne ;)

  • http://www.andynuessner.de andy nuessner

    hallo felix,danke für deinen kritischen blickwinkel, es macht mut, dass journalisten frisch von der uni ideale haben. ich wünsche dir und all deinen zukünftigen lesern/hörern/sehern, dass diese nicht verschwinden.eine anmerkung zum wwf-buch: ich meine mich erinnern zu können, dass das medienmagazin "zapp" über das thema schrieb und ein video anbot. dort wurde erwähnt, dass ein derartiges "präventiv"-verhalten eigentlich keine gängige praxis ist, weswegen dieser fall von zapp als "zensur" gewertet wurde.solltest du hierauf reagieren, hoffe ich auf eine email-benachrichtigung deines cms. ansonsten wäre eine kurze persönliche info via mail ganz nett, insbesondere wenn du recht behältst. dann würd ich bei thalia nämlich nicht mehr so rumspeckern, wenn ich das buch "nun plötzlich doch" finde, wie jüngst geschehen. ;Dvielen dank & weiterhin frohes schaffen,beste grüße aus dem wilden ostenandyps: für die statistik,- ich kam über netzpolitik.org -> https://netzpolitik.org/2012/zeit-vier-sheriffs-zensieren-die-welt/ ;]

  • Nur mal so

    "Wohl eher für den ersten Quartalsbericht. Es ist nämlich durchaus von Interesse für die Aktionäre, wie viele User gefaked sind. Dass die Methode nicht sonderlich geschickt war, ist diskutabel. Aber wer sich in einem Netzwerk anmeldet, das laut AGB Klarnamen verlangt, läuft eben auch Gefahr gelöscht zu werden."Das die AGB auch in diesem Punkt, ein klarer Rechtsbruch, nach hiesigen Recht ist, schein Dich nicht sonderlich zu interessieren.

  • Michi

    Ich finde es mal interessant, dass ein angehender Journalist einem Kritiker zur Erklärung "spontaner, runtergeratterter Ausbruch" entgegnet. Dazu sage ich: letzlich hängt der Gestank von Scheisse auch nicht davon ab, wie lange du auf dem Klo warst…

  • Frl. Unverständnis

    Warum nehmen Menschen eine Firma in Schutz, von der sie wie Bürger eines autoritären Staates herumgeschubst werden? Warum leugnen sie offensichtliche Parallelelen? Warum sollen Stasimethoden dann keine Stasimethoden mehr sein, sobald man sie wirtschaftlich begründen kann? Und weshalb soll alles automatisch okay sein, wenn es irgendwo in einer ungültigen AGB steht – wenn da steht, dass man das Erbe abtritt, folglich auch okay? (Die Rechte am eigenen Privatleben hat man ja schon abgetreten)…PS: FB, Google & andere hauptberufliche Datenhändler verwenden nicht nur die Daten, die man freiwillig eingibt, sondern auch alles was sie erschnüffeln, schlussfolgern und bei anderen Menschen/Firmen heimlich abfragen können. Oh-oh, bitte jetzt keine Parallelen ziehen, so offensichtlich es ist…

  • Felix Victor Münch

    @andy nuessner:Danke. Ich glaube fest daran, meine Ideale behalten zu können. Außer sie werden stichhaltig widerlegt ;)Zu zapp: Ich muss das recherchieren. Aber gerade, da mehrere Buchhändler gleichzeitig so reagiert habe, darunter glaube ich auch Hugendubel, bezweifle ich erst einmal, dass das so unüblich ist. Von Zensur würde ich aber auch dann nicht reden. Schließlich hatten sie es davor und danach im Programm. Es ist einfach Lobbyismus von seiten des WWFs. "Zensur" wird mittlerweile so ein Buzzword des Protests im Internet. Von allen Seiten. Aber zensieren kann per Definition zunächst nur ein Staat.@Nur mal so:Eigentlich gebe ich dir Recht. Auch in meinen Augen verstößt eine Klarnamenspflicht gegen das Telemediengesetz. Nur leider hat der Gesetzgeber weder präzise definiert, was ein Telemedium ist, noch gibt es meines Wissens nach eine Entscheidung über die "Zumutbarkeit" von Pseudonymen. Solange sich Facebook in diesem Graubereich bewegen kann, laufe ich Gefahr, gelöscht zu werden.@Michi:Aber dein Gestank hängt davon ab, wie gut du deinen Hintern wischst. Kleiner Selbstversuch? Schreibe 50 Zeilen Text zu einem Thema in zehn Minuten, wenn du gleich zum Bus musst. Wenn du wieder nach hause kommst nimm dir für das ganze eine halbe Stunde Zeit. Welcher ist besser?Es ging mir um die Kritik an meinem Schreibstil in diesem Post. Ich kann verstehen, dass einige Sätze mehrmals gelesen werden müssen. Du hast Recht, dass ich als angehender Journalist jeden meiner Texte sorgfältig behandeln sollte. Das habe ich verpasst.@Frl. Unverständnis:Ich sehe Stasi- genauso wie Hitler-Vergleiche aufgrund der damit verbundenen Implikationen als unlauteres Mittel in einer Debatte. Nein, ich finde die AGB von Facebook nicht okay. Sobald Diaspora so weit ist, werde ich sofort umziehen und so viele "Freunde" wie möglich mitnehmen. Love it, change it or leave it …

  • Statistiker

    "alles was sie erschnüffeln,"Liebes "Frl. Unverständnis", bitte glauben Siie nicht alles, sondern versuchen, zu WISSEN!!!!!Ansonsten verbreiten Sie bitte keine Verschwörungstheorien hier bitte……

  • Schad

    "Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung."Ich halte das für richtig. In Deutschland gibt es den Rechtsgrundsatz "Eigentum verpflichtet". Das hat nichts mit Spiderman zu tun.

  • Felix Victor Münch
  • http://twitter.com/scheidtweilerpr scheidtweilerpr

    Beide Artikel gemeinsam geben erst eine kleine Antwort auf das schwierige Thema. Aus meiner Sicht hoffe ich, dass früher oder später Mitberwerber auf dem Markt auftauchen. Das ist in der Vergangenheit immer wieder passiert, dass es Phasen der Dominanz großer Konzerne gab, diese dann aber durch neue Techniken überholt wurden.

  • rolfmueller

    Ich bin etwas verwirrt. Zuerst dachte ich, dass Felix Victor Münch der Autor des Beitrags ist. Nun stelle ich fest, dass auch die meisten Kommentare von ihm stammen…Also wie auch immer, ich hoffe nur, dass er seinen Berufswunsch "Journalist" noch einmal überdenkt. Denn mit einer derart naiven Weltsicht und der Bereitschaft, alles und jedes zu entschuldigen und zu verharmlosen, ist man vielleicht in einer PR-Abteilung, aber nicht in einer Redaktion richtig."Die Zeit" sollte durchaus kritisiert werden, aber weil sie viel zu zahm mit den Konzernen dieser Welt umgeht, weil ihr die Anzeigenkunden im Zweifel immer wichtiger sind als ihre Leser, (ohne die sie keine einzige Anzeige hätte).

  • Felix Victor Münch

    rolfmueller:Es ist schade, wenn es dich verwirrt, dass ich auf Kommentare antworte.

  • Tobi

    Hi Felix Victor,danke für den interessanten Beitrag. Hast Du zufälligerweise nen Link zu der Bubble-Studie? Ich glaube da auch nur bedingt dran und würde gerne ein paar mehr Fakten kriegen …Viele GrüßeTobi

  • Felix Victor Münch

    @Tobi:Habe ihn mal rausgesucht: http://arxiv.org/pdf/1201.4145v2.pdfDie Studie ist natürlich mit Vorsicht zu genießen:"At the same time, there’s an obvious problem with Bakshy’s study: It could only occur with the express consent of Facebook, and in the end it produced a result that is clearly very positive for the social network." (http://www.slate.com/articles/technology/technology/2012/01/online_echo_chambers_a_study_of_250_million_facebook_users_reveals_the_web_isn_t_as_polarized_as_we_thought_.single.html)Deswegen auch hier eine Kritik aus der ZEIT: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-01/facebook-studie-filter-bubble/komplettansichtAuch wenn ich auf die Feststellung"Die höhere Wahrscheinlichkeit, Links weiter zu verteilen, die von starken Bindungen kommt, wird also wettgemacht von der schieren Anzahl der schwachen Bindungen. Auch wenn es weniger wahrscheinlich ist, dass man deren Link weiter verteilt, bleiben es in der Summe mehr Links."einfach mit "eben" antworten würde.Der Artikel sagt eigentlich nur, dass ich im "Real Life" eine Person eher überzeuge, als in diesem Kommentarfeld.Beste Grüße,Felix

  • nadar

    tl;drWenn du dich bei der Argumentation, dass Google mit seiner unschuldig weißen Seite nach politischen Vogaben Suchergebnisse filtert, in nörglerischem Ton auf das Weiß der Seite einschießt genügt mir das, um die Leküre zu beenden.Kann natürlich sein, dass du gar nicht weißt worauf der Autor hinauswollte, wenn du an gleicher Stelle von Googles "unpersonalisierten Einstellungen" sprichst. Um so schlimmer.Adieu

  • Tobi

    Danke Dir! Werde mich durch die Quellen mal durcharbeiten. :-)<div><br></div><div>Viele Grüße</div><div>Tobi<br><br></div>

  • Felix Victor Münch

    @andy nuessnerZum Zapp-Beitrag: Die Behauptung ist, dass es von Seiten des WWF unüblich ist, die Buchhändler anzuschreiben, bevor ein Urteil gegen den Verlag vorliegt. Nicht, dass es unüblich ist, das Buch als Händler vorübergehend aus dem Handel zu nehmen, wenn jemand mit juristischen Schritten droht. Und sie stammt nicht von ZAPP, sondern vom Justiziar des betroffenen Verlags. Der Vorwurf richtet sich bis hier gegen den WWF. ZAPP kann den Buchhändlern ein paar Sätze später gerne Selbstzensur vorwerfen. Ich finde das immer noch stark gedreht. Insbesondere, weil Medienhäuser diese "Selbstzensur" aus Angst vor juristischen und damit monetären Folgen, wie gesagt, sehr gerne betreiben.Und bevor ich wieder falsch verstanden werde: Ich nehme weder den WWF noch Amazon in Schutz. Es ist nur keine Zensur. Sondern Lobbyismus und monetär motivierter, vorauseilender Gehorsam.