Zurück in die Zukunft

SIND FACEBOOK-APPS NOCH ZEITGEMÄß?

Fasching Dienstag in Admont.
Kommt ein Indianer in eine Ford-Filiale und fragt die Verkäuferin: „Kann ich diesen Mustang Probe reiten?“ Sagt die: „Gerne, registrieren Sie sich bitte mit Ihrem Facebook-Account.“

Was klingt wie der Beginn eines feuchten Traums Mark Zuckerbergs, ist in Wirklichkeit ein schlechter Witz in Sachen User Experience. Was passiert denn, wenn der Indianer gar keinen Facebook-Account hat?

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Ein Uniformschneider zieht an die Fashion-Front

Mit seinen feuerfesten Kampfhemden ist der US-Uniformschneider Massif zur Lieblingsmarke der Soldaten geworden. Jetzt versucht er sich an ziviler Garderobe.

Es war ein Kriegsgewinnler, der Barack Obama bei seinem Vereidigungsball einkleidete. Der Frack des Präsidenten kam von Hart Schaffner Marx, einem einstmals kleinen Herrenausstatter aus Chicago, der in den beiden Weltkriegen als Uniformlieferant für das US-Militär groß wurde.

Neue Kriege, neue Namen: Im Irak und in Afghanistan ist eine kleine Marke groß geworden, die jetzt auf dem heimischen Modemarkt einmarschieren will. Wenn der 1999 gegründete Uniformschneider Massif in diesem Sommer seine zivile Massif Collection in die Läden bringt, hat er eine wachsende Zielgruppe schon auf seiner Seite: Die rund 100.000 Soldaten, die Obama bis 2014 zurückholen will, sind leidenschaftliche Fans.

Ein Jackett vom Uniformschneider Massif Ein Jackett vom Uniformschneider Massif
Denn jeder Afghanistan-Soldat hat in seinen Spind vier Hemden. Massif-Hemden. Seit dreieinhalb Jahren darf kein anderes Combat-Shirt außerhalb der Basen getragen werden. Die Stücke der von Rettungsbergsteigern gegründeten Marke sind atmungsaktiv, schnell trocknend – und vor allem feuerfest. Der Hersteller schmückt sich mit den Zuschriften von Soldaten und Rettungskräften.

Als gute Marketingmaßnahme haben sich auch die Aufkleber mit dem kantigen Markenlogo entpuppt, die Massif seinen Lieferungen beilegt. Ständig erhalte er aus Afghanistan Fotos von seinen Stickern, sagt Geschäftsführer Scott Branscum. An Mauern, auf Panzern, überall sei der markante Schriftzug zu sehen.

Zwar gibt es schon ein kleines Sortiment an zivilen Hosen und Kurzarmhemden, jetzt aber will Massif in die klassische Herrenmode vorrücken. Anfang des Jahres wurden die ersten Stücke auf der Modemesse Pitti Imagine Uomo in Florenz vorgestellt.

Was die Kleidung bei den Soldaten so beliebt gemacht hat, soll auch Zivilisten überzeugen: Massif hat rund Tausend freiwillige Produkttester in den Streitkräften. Sie tragen laufend unter Feldbedingungen die neuen Stücke und geben Feedback zu jedem noch so kleinen Detail. Scheuern die Nähte? Sind die Taschen im Einsatz gut erreichbar? Zwickt es beim Granatwurf unter den Achseln? „Auf dieses Know-how kann sonst niemand zurückgreifen“, sagt Vertriebschef Scott Branscum. Davon soll auch der Geschäftsmann profitieren, der beim Meeting nicht lange nach dem Handy fummeln und abends noch wohlriechend zum Candle-Light-Dinner antreten will.

Gerettet von FTD.de

DNA-Barcoding: Sind eingedoste Sardinen noch koscher, wenn sie von Wurmlarven befallen sind?

Mit Gentests lassen sich nicht nur Straftäter aufspüren und Vaterschaften klären, sie helfen auch bei religiösen Fragen. Zum Beispiel, ob ein Fisch noch koscher ist.

Was Fisch ist und was Fleisch, darüber setzen sich Christen gern hinweg, wenn der Appetit groß ist. Die mittelalterlichen Benediktinermönche etwa ersäuften Ferkel im Klosterbrunnen. Das, so die Logik der Brüder, macht sie zu Wassertieren – und schon durften die Paarhufer auch in der Fastenzeit auf den Tisch kommen.

Ein derart salopper Umgang mit Religion und Wissenschaft wäre für die Rabbis der US-amerikanischen Orthodox Union (OU) undenkbar. In ihrem Auftrag hat ein Team des American Museum of Natural History (AMNH) in New York per DNA-Analyse eine ausgesprochen diffizile Frage geklärt: Sind eingedoste Sardinen noch koscher, wenn sie von Wurmlarven befallen sind?

Viele wild gefangene Fische haben Würmer

Nun sind ungebetene Gäste im Fisch per se nicht treife, also unkoscher. Viele wild gefangene Fische haben Würmer, und als die jüdischen Ernährungsvorschriften festgelegt wurden, ließ sich deren unfreiwilliger Verzehr kaum vermeiden. Doch Wurm ist nicht gleich Wurm. Und damit kommen die Naturforscher ins Spiel.

„Die OU hat sich an uns gewendet, weil aus der Gemeinde immer mehr Beschwerden über befallene Fischkonserven kamen“, sagt Studienleiter Mark Siddall. Warum auf einmal so viel Viehzeugs in der Ölsardine? Der Verdacht der Rabbis: In den Fischfabriken wird geschlampt. Die zusätzlichen Parasiten, so ihre Befürchtung, stammen aus Darminhalten, mit denen die Fische bei der Verarbeitung in Berührung kommen. Das wäre nicht nur eklig, sondern vor allem treife.

Und damit würden die Konserven den weltweit verbreiteten und anerkannten Koscher-Stempel der OU verlieren. Etwa drei von vier verpackten Lebensmitteln in den USA seien als koscher zertifiziert, sagt Siddall, auch Nichtjuden schätzen diese Ware, denn was koscher ist, gilt als besonders sorgfältig verarbeitet. „Wenn Sie ein Lebensmittelanbieter sind und Sie verlieren die Zertifizierung, ist das ein schwerer Schlag“, sagt Siddall.

Also musste das Forscherteam herausfinden, ob es sich die Würmer schon zu Lebzeiten im Fleisch bequem gemacht hatten oder posthum als illegale Einwanderer dazukamen. Im Prinzip kein Problem, weil jede Art ihre eigenen Vorlieben hat: „Manche leben in den Muskeln der Fische, andere im Darm“, erklärt Siddall. Manche befallen den Fisch als Larve, andere im Erwachsenenalter.

Leider werden die Parasiten beim Eindosen bis zur Unkenntlichkeit beschädigt. Also untersuchten die Forscher sie mit einem als DNA-Barcoding bezeichneten Verfahren. Es liefert einen genetischen Fingerabdruck, der mit denen bekannter Spezies abgeglichen wird. Mit dieser Methode wird auch illegal gehandeltes Fleisch bedrohter Tierarten aufgespürt.

Siddalls Team arbeitete sich durch die Konservenlieferung der Rabbis und gab Entwarnung: Alle Würmer gehörten zu Arten, die sich in Fischgedärmen eher unbehaglich fühlen, schreibt das Team im Fachmagazin „Journal of Parasitology“. Aber warum beherbergen die Sardinen so viele blinde Passagiere? „Mein Verdacht ist, dass sich etwas im Lebenszyklus der Würmer verändert hat“, sagt Siddall. Ein Grund könne sein, dass das Mittelmeer wärmer geworden sei.

Für gläubige Juden eine gute Nachricht, ist Fisch doch eins ihrer wichtigsten Nahrungsmittel – es gilt weder als fleischig noch als milchig und darf nach Belieben mit anderen Speisen kombiniert werden. Anders als Meeresfrüchte: Seit in New York dem Trinkwasser zur Reinigung winzige Krebse beigemischt werden, dürfen Strenggläubige dort nur noch gefiltertes Wasser trinken.

Gerettet von FTD.de