Liebe alle.

Mit Verwirrung

habe ich diese ganzen offenen Briefe überflogen

und sehe mich daher genötigt,

sofort ein Gedicht zu schreiben.

 

Ihre Haltung ganz allgemein

ist ebenso verwirrt wie uncool

und hinterlässt mich daher

hoffnungsvoll.

 

Ganz offensichtlich

verstehe nur ich,

wie wir die Probleme

in Berlin lösen können.

 

Aus amerikanischen Studien

sollte jeder wissen,

dass Ihre Position großartig ist.

 

Somit hoffe ich,

dass mein Gedicht

diese Diskussion endlich verlängert.

 

(Bekomme ich ein Autogramm?)

 

erstellt mit: http://wortfeld.de/offenerbrief/

Eine Karfreitagsgeschichte

Eine Karfreitagsgeschichte. Zum Glück. Es ist einer meiner Lieblingstexte, von denen, die während meiner Zeit an der Deutschen Journalistenschule entstanden sind. Dieser hier im Rahmen des Zeitungsprojekts „Wir sind im Krieg“. Aber wäre es keine Karfreitagsgeschichte, ich hätte mir noch ewig den Kopf zerbrochen, wann ich ihn auf meine Homepage stelle. Bei der Recherche ließ ich mir auch von den Admins eines Forums für Angehörige von Soldaten helfen. Die stellten meine Anfrage in das verständlicherweise nicht öffentliche Forum. Daraufhin bekam ich eine der bewegendsten Mails meines Lebens. Von einer Angehörigen. Sie beschrieb das Leid der Angehörigen in bedrückender Plastizität und warf mir in den wirkungsvollen Worten der Betroffenen Zynismus vor, wenn ich „mit dem Elend sinnloser Todesfälle“ auch noch Geld verdienen wolle. Nachdem ich ihr den bereits geschriebenen Text zu lesen gab, nahm sie das zwar wieder zurück. Aber zynisch wäre es gewesen, bei diesem Text auf einen aktuellen Anlass zu warten.

Andere kämpfen weiter

Erst um acht Uhr abends erfährt Carmen Bruns, dass ihr Mann tot ist. Es ist Karfreitag. Sie ist mit ihrer zweijährigen Tochter bei Verwandten und war nicht zu Hause, als Militärpfarrer Bernd Göde und der stellvertretende Kommandeur des Bataillons 373 vor ihrer Tür standen. Mittags hatte Pfarrer Göde Bescheid bekommen, dass er sich auf den Weg machen muss.

Die Anti-Guttenberg-Partei

Es gibt Texte, die schreiben sich wie von selbst. Das war einer davon. Geschrieben habe ich ihn für die FTD. Wer ihn gerne gelesen hat, könnte sich aber auch für das Projekt meiner Journalistenschulklasse interessieren, auf dem er ebenso veröffentlich wurde: hive

Entgegen aller Unkenrufe wird der Rückzug von Marina Weisband den Piraten nicht schaden. Denn diese Partei funktioniert anders von Felix Victor Münch 

Falls Marina Weisband diesen Kommentar liest, wird sie sich zunächst wohl in doppelter Hinsicht ärgern. Erstens, weil es jetzt schon wieder um sie geht, nicht um Inhalte. Zweitens, weil schon in den ersten drei Sätzen wieder eine Spekulation über ihre Psyche angestellt wird. Um alles falsch zu machen, was Medien aus ihrer Sicht derzeit falsch machen, müsste ich sie auch noch in ihrer Wohnung besuchen und dann über ihre Einrichtung, ihren Freund, ihre Frisur, ihr Lächeln und ihre charmante Art schreiben.
Doch das Thema ist auf dem Tisch. Die von den Medien erkorene Galionsfigur der Piratenpartei macht eine Pause. Sie wird zur Wahl des Geschäftführers der Piratenpartei nicht zur Verfügung stehen. Sie verabschiedet sich nicht aus der Politik, sie tritt nicht aus der Piratenpartei aus, sie hat sich nicht mit Piraten gestritten. Nichts. Nein, sie macht nur eine Pause. Und das aus gutem Grund: Sie will ihre Diplomarbeit schreiben und es geht ihr nicht gut. Jetzt wird von Journalisten viel spekuliert, ob das den Piraten schaden wird.
Wird es nicht. Denn …

Zwecklose Reflexwahl

In Rheinland-Pfalz steht kein einziges Atomkraftwerk. Zwischen Stuttgart und Fukushima liegen 10 000 Kilometer. Erdbeben und Tsunamis sind in Deutschland eher unüblich. Dennoch hat die Atomkatastrophe in Japan die Landtagswahlen am Sonntag mitentschieden. Das ist erfreulich für die Grünen. Aber es wirft ein schlechtes Licht auf den Zustand unserer Demokratie. Die Wahl war impulsgesteuert, ein Reflex des Wählers, dem der Zweck einer Landtagswahl verschleiert wurde.

„Heute ist die endgültige Entscheidung über das Aus der Atomenergie in Deutschland getroffen worden“, meinte Sigmar Gabriel am Wahlabend. Das ist falsch, eine Täuschung der Wähler, die schon vor der Wahl von Politikern betrieben und von den Medien aufgegriffen wurde. Die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat bleiben qualitativ die selben. Entscheidend ist die Verfassungsklage gegen die Laufzeitverlängerung. Darauf sollte sich das öffentliche Interesse richten. So aber trat auf Landesebene Entscheidbares wie Bildung in den Hintergrund. Eine für Baden-Württemberg wichtige Reform in den nächsten fünf Jahren wird nicht der Atomausstieg, sondern die Abschaffung der Studiengebühren sein.

Merkel hat zwar jetzt den politischen Spielraum, um den Ausstieg aus dem Ausstieg vom Ausstieg zu vollführen – wenn sie denn will. Aber so verkommt eine Landtagswahl zur Stellvertreterwahl für bundespolitische Probleme. Der richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung wäre die Bundestagswahl gewesen. Atomkraft war damals kein Thema. Die Finanzkrise fokussierte den Wähler auf Wirtschaft und verschaffte paradoxerweise der FDP ein Rekordergebnis. Dann waren alle empört, als Schwarz-Gelb die Laufzeiten verlängerte – wieder ein Reflex auf etwas, was jeder hätte vorhersehen können. Es stand im Wahlprogramm.