Facebook lernt Sprechen

Naja, es sieht gerade eher danach aus als lerne es Zuhören. Und so geht das Meiste, was ich zur neuen Graph Search gerade so lese, über diesen Punkt auch geflissentlich hinweg.

Leider hatte ich bisher nicht die Möglichkeit, die Graph Search auszuprobieren. Gerade befindet sie sich noch in der geschlossenen Beta. Aber nach allem, was Facebook und erste Nutzer darüber schreiben, geschieht gerade, was vorauszusehen war:

Facebook nutzt das semantische Netz, das es sich in den letzten Jahren aufgebaut hat und immer weiter aufbaut. Kurz gesagt: Es bekommt seit einiger Zeit unsere Sprache beigebracht. Und jetzt beginnt Facebook, mit uns zu reden. Die Antworten bestehen in der Graph Search anscheinend nur aus Substantiven. Die Fragen, die der Graph Search gestellt werden können, sind bereits fast Sätze. Es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren lernt, in ganzen Sätzen zu antworten.

Über einige Jahre hinweg kannte Facebook nur ein paar Sätze, wie:

  • [Person] gefällt [Objekt].
  • [Person] ist befreundet mit [Person].

Damit konnte es sich bereits einen großen Wortschatz an Substantiven und Eigennamen aneignen.

Seit der Einführung von Open Graph Actions lernt es auch Verben, Adjektive und sonstige Wortarten, die man zum Sprechen so braucht.

Jeder Facebook-Entwickler kann für seine Anwendung Verben (die Actions) definieren und mit welchen Objekten sie verknüpft werden können. Jeder Entwickler legt fest, mit welchen Objekten das definierte Prädikat interagieren kann. Das Ganze unterliegt einem strikten Review-Prozess. Jetzt sollte auch jedem klar sein warum: Sonst wäre das, als würden sie einem Baby falsche Wörter beibringen.

Hinzu kommen noch Attribute zu Objekten oder Aktionen, die Eigenschaften (z.B. Adjektive) oder andere Objekte (z.B. Orte) oder Personen sein können.

Heraus kommt ein sinnvoll verknüpfter Wortschatz für Facebook, das dann Sätze bilden kann, wie:

  • [Person] hört sich gerade [Song] von [Künstler] auf [Plattform] an.
  • [Person] hat [Foto] auf [Plattform] veröffentlicht. 

Facebook steht also ein stetig wachsendes crowd-sourced semantic web zur Verfügung. Es lernt Sprechen.

Die Milchmädchen, das Geld und das Netz: MUSE NET geht online

Es waren einmal ein paar Milchmädchen, die mochten schöne Kleider. Und weil sie auch gerne schrieben, schrieben sie eben viel über schöne Kleider. Und viele andere lasen das sehr eifrig. Aber irgendwann bemerkten die Milchmädchen, dass sie sich davon keine schönen Kleider kaufen konnten. Da schlossen sie sich zusammen. Im MUSE NET.

fashionpuppe.comi love Ponystea&twigs und auch This is Jane Wayne waren gerade für die letzten 24 Stunden nicht lesbar. Blockiert durch ein mysteriöses M. Jetzt sind sie wieder auferstanden. Warum mich das interessiert? Nicht etwa, weil ich plötzlich Fashionblogs konsumiere, sondern weil die Quelle allen Übels mit mir in einem Büro sitzt: monochrome.

MUSE NET ist das erste Projekt des Startups. Ihr könnt euch monochrome als Agentur für Blogger vorstellen, die mit Bloggen Geld verdienen wollen. Das Fashionblog-Netzwerk MUSE NET soll helfen, Modebloggerinnen beispielsweise gegenüber Werbekunden eine bessere Verhandlungsposition zu geben.

Ich hoffe die Rechnung geht für die Milchmädchen, wie sie MUSE NET selbstironisch nennt, auf. Denn mit mehr Geld werden die Inhalte sicher noch besser, weil mehr Zeit dafür aufgebracht werden kann. Mit entsprechenden Mechanismen innerhalb des Netzwerkes könnten die Blogger trotzdem ihre Unabhängigkeit wahren. Gerade bei Modeblogs kann das nur gut tun.

Ich weiß nicht, ob es bereits Vergleichbares gibt. Die Idee liegt ja eigentlich nicht so fern. Aber wenn nicht, hoffe ich, dass es Nachahmer gibt auch in anderen „Ressorts“. Denn es könnte der Beginn einer neuen Form des Verlegens journalistischer Inhalte sein: Mit Autoren im Mittelpunkt, nicht Magazinen.

Aus dem Giftschrank: Was ich bei der Welle so getrieben habe

Bevor Kollegen, Freunde, Kinder oder andere bösartige Zeitgenossen meine ersten selbstgebauten TV-Beiträge irgendwann aus dem Giftschrank holen: Hier sind sie. Teils komplett selbst gedreht, teils zugedreht, teils komplett aus Fremdmaterial neu geschnibbelt. Viel Spaß.

Roller-Derby: Rugby auf Rollschuhen

Auf dw.de.

Hacking Authism

Auf dw.de.

Erlebnismarktplatz Gidsy

Auf dw.de.

Und hier noch zwei Clips, die aufgrund von Lizenzgedöns, soweit ich das sehe, nicht auf youtube zu finden sind:

Massenphänomen e-Sport

Datenspeicher Cloud

Und im Giftschrank bleiben:

Eigentlich hatte ich noch einen Beitrag über Shitstorms gebaut, insbesondere über das leckere Hähnchen auf der Pril-Flasche. Auf den war ich stolz. Er war aber wohl ein wenig zu verspielt für die Deutsche Welle …

Und den Rest, den muss ich nicht zeigen ;)

*für die grausame Bildqualität auf youtube würde ich mich gerne entschuldigen, kann aber nichts dafür …

Die Anti-Guttenberg-Partei

Es gibt Texte, die schreiben sich wie von selbst. Das war einer davon. Geschrieben habe ich ihn für die FTD. Wer ihn gerne gelesen hat, könnte sich aber auch für das Projekt meiner Journalistenschulklasse interessieren, auf dem er ebenso veröffentlich wurde: hive

Entgegen aller Unkenrufe wird der Rückzug von Marina Weisband den Piraten nicht schaden. Denn diese Partei funktioniert anders von Felix Victor Münch 

Falls Marina Weisband diesen Kommentar liest, wird sie sich zunächst wohl in doppelter Hinsicht ärgern. Erstens, weil es jetzt schon wieder um sie geht, nicht um Inhalte. Zweitens, weil schon in den ersten drei Sätzen wieder eine Spekulation über ihre Psyche angestellt wird. Um alles falsch zu machen, was Medien aus ihrer Sicht derzeit falsch machen, müsste ich sie auch noch in ihrer Wohnung besuchen und dann über ihre Einrichtung, ihren Freund, ihre Frisur, ihr Lächeln und ihre charmante Art schreiben.
Doch das Thema ist auf dem Tisch. Die von den Medien erkorene Galionsfigur der Piratenpartei macht eine Pause. Sie wird zur Wahl des Geschäftführers der Piratenpartei nicht zur Verfügung stehen. Sie verabschiedet sich nicht aus der Politik, sie tritt nicht aus der Piratenpartei aus, sie hat sich nicht mit Piraten gestritten. Nichts. Nein, sie macht nur eine Pause. Und das aus gutem Grund: Sie will ihre Diplomarbeit schreiben und es geht ihr nicht gut. Jetzt wird von Journalisten viel spekuliert, ob das den Piraten schaden wird.
Wird es nicht. Denn …