Die Milchmädchen, das Geld und das Netz: MUSE NET geht online

Es waren einmal ein paar Milchmädchen, die mochten schöne Kleider. Und weil sie auch gerne schrieben, schrieben sie eben viel über schöne Kleider. Und viele andere lasen das sehr eifrig. Aber irgendwann bemerkten die Milchmädchen, dass sie sich davon keine schönen Kleider kaufen konnten. Da schlossen sie sich zusammen. Im MUSE NET.

fashionpuppe.comi love Ponystea&twigs und auch This is Jane Wayne waren gerade für die letzten 24 Stunden nicht lesbar. Blockiert durch ein mysteriöses M. Jetzt sind sie wieder auferstanden. Warum mich das interessiert? Nicht etwa, weil ich plötzlich Fashionblogs konsumiere, sondern weil die Quelle allen Übels mit mir in einem Büro sitzt: monochrome.

MUSE NET ist das erste Projekt des Startups. Ihr könnt euch monochrome als Agentur für Blogger vorstellen, die mit Bloggen Geld verdienen wollen. Das Fashionblog-Netzwerk MUSE NET soll helfen, Modebloggerinnen beispielsweise gegenüber Werbekunden eine bessere Verhandlungsposition zu geben.

Ich hoffe die Rechnung geht für die Milchmädchen, wie sie MUSE NET selbstironisch nennt, auf. Denn mit mehr Geld werden die Inhalte sicher noch besser, weil mehr Zeit dafür aufgebracht werden kann. Mit entsprechenden Mechanismen innerhalb des Netzwerkes könnten die Blogger trotzdem ihre Unabhängigkeit wahren. Gerade bei Modeblogs kann das nur gut tun.

Ich weiß nicht, ob es bereits Vergleichbares gibt. Die Idee liegt ja eigentlich nicht so fern. Aber wenn nicht, hoffe ich, dass es Nachahmer gibt auch in anderen „Ressorts“. Denn es könnte der Beginn einer neuen Form des Verlegens journalistischer Inhalte sein: Mit Autoren im Mittelpunkt, nicht Magazinen.

Ein Uniformschneider zieht an die Fashion-Front

Mit seinen feuerfesten Kampfhemden ist der US-Uniformschneider Massif zur Lieblingsmarke der Soldaten geworden. Jetzt versucht er sich an ziviler Garderobe.

Es war ein Kriegsgewinnler, der Barack Obama bei seinem Vereidigungsball einkleidete. Der Frack des Präsidenten kam von Hart Schaffner Marx, einem einstmals kleinen Herrenausstatter aus Chicago, der in den beiden Weltkriegen als Uniformlieferant für das US-Militär groß wurde.

Neue Kriege, neue Namen: Im Irak und in Afghanistan ist eine kleine Marke groß geworden, die jetzt auf dem heimischen Modemarkt einmarschieren will. Wenn der 1999 gegründete Uniformschneider Massif in diesem Sommer seine zivile Massif Collection in die Läden bringt, hat er eine wachsende Zielgruppe schon auf seiner Seite: Die rund 100.000 Soldaten, die Obama bis 2014 zurückholen will, sind leidenschaftliche Fans.

Ein Jackett vom Uniformschneider Massif Ein Jackett vom Uniformschneider Massif
Denn jeder Afghanistan-Soldat hat in seinen Spind vier Hemden. Massif-Hemden. Seit dreieinhalb Jahren darf kein anderes Combat-Shirt außerhalb der Basen getragen werden. Die Stücke der von Rettungsbergsteigern gegründeten Marke sind atmungsaktiv, schnell trocknend – und vor allem feuerfest. Der Hersteller schmückt sich mit den Zuschriften von Soldaten und Rettungskräften.

Als gute Marketingmaßnahme haben sich auch die Aufkleber mit dem kantigen Markenlogo entpuppt, die Massif seinen Lieferungen beilegt. Ständig erhalte er aus Afghanistan Fotos von seinen Stickern, sagt Geschäftsführer Scott Branscum. An Mauern, auf Panzern, überall sei der markante Schriftzug zu sehen.

Zwar gibt es schon ein kleines Sortiment an zivilen Hosen und Kurzarmhemden, jetzt aber will Massif in die klassische Herrenmode vorrücken. Anfang des Jahres wurden die ersten Stücke auf der Modemesse Pitti Imagine Uomo in Florenz vorgestellt.

Was die Kleidung bei den Soldaten so beliebt gemacht hat, soll auch Zivilisten überzeugen: Massif hat rund Tausend freiwillige Produkttester in den Streitkräften. Sie tragen laufend unter Feldbedingungen die neuen Stücke und geben Feedback zu jedem noch so kleinen Detail. Scheuern die Nähte? Sind die Taschen im Einsatz gut erreichbar? Zwickt es beim Granatwurf unter den Achseln? „Auf dieses Know-how kann sonst niemand zurückgreifen“, sagt Vertriebschef Scott Branscum. Davon soll auch der Geschäftsmann profitieren, der beim Meeting nicht lange nach dem Handy fummeln und abends noch wohlriechend zum Candle-Light-Dinner antreten will.

Gerettet von FTD.de