Das will ich auch! Das Punkerkostüm von Markus Söder

Er hat kaum Erfahrung, kann aber gut reden. So lässt sich ohne Schönfärberei zusammenfassen, was letzten November zum Antritt des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU) aus den Reihen seiner eigenen Partei zu hören war. Aber ein Kommunikationstalent ist der Mann ja durchaus – in Wort und Bild.

Zur „Fastnacht in Franken“ schaffte es nun sein Kostüm, politische Botschaft und Narretei auf einen Nenner zu bringen: Spektakulär als Punk verkleidet, schlug der Nürnberger beim Fasching auf. Trägt Söder an normalen Arbeitstagen die Politprofi-Standardfrise, zeigte er sich nun mit 30-Zentimeter-Iro und Spitznieten um den lederumschlungenen Hals.

Unter sinister silbrigem Lidschatten und schmutzig schwarzem Lippenstift wirkte das Lächeln des Ministers noch ein Stück diabolischer als sonst. Erst das T-Shirt offenbarte die Botschaft der Maskerade: Söder mimte die Zecke im Bierbauch seines Haushalts.

In der Rolle dauerklammer Amtskollegen gab er für den Abend den „wandelnden Länderfinanzausgleich“, wie er Journalisten zu erklären beliebte. Aber die verarmten Bundesländer aus dem Osten können hoffen. Vielleicht geht Söders Seitenhieb nach hinten los, und das Verkleiden zeigt seine schönste Nebenwirkung: Es steigert das Einfühlungsvermögen.

Punkerkostüm Iro-Perücke z.B. über www.horrorshop.com; Nietenhalsband etwa über www.nebelwerk.de, jeweils ca. 20 Euro; Schnorrershirt über www.spreadshirt.de

Gerettet von FTD.de

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