Ein Uniformschneider zieht an die Fashion-Front

Mit seinen feuerfesten Kampfhemden ist der US-Uniformschneider Massif zur Lieblingsmarke der Soldaten geworden. Jetzt versucht er sich an ziviler Garderobe.

Es war ein Kriegsgewinnler, der Barack Obama bei seinem Vereidigungsball einkleidete. Der Frack des Präsidenten kam von Hart Schaffner Marx, einem einstmals kleinen Herrenausstatter aus Chicago, der in den beiden Weltkriegen als Uniformlieferant für das US-Militär groß wurde.

Neue Kriege, neue Namen: Im Irak und in Afghanistan ist eine kleine Marke groß geworden, die jetzt auf dem heimischen Modemarkt einmarschieren will. Wenn der 1999 gegründete Uniformschneider Massif in diesem Sommer seine zivile Massif Collection in die Läden bringt, hat er eine wachsende Zielgruppe schon auf seiner Seite: Die rund 100.000 Soldaten, die Obama bis 2014 zurückholen will, sind leidenschaftliche Fans.

Ein Jackett vom Uniformschneider Massif Ein Jackett vom Uniformschneider Massif
Denn jeder Afghanistan-Soldat hat in seinen Spind vier Hemden. Massif-Hemden. Seit dreieinhalb Jahren darf kein anderes Combat-Shirt außerhalb der Basen getragen werden. Die Stücke der von Rettungsbergsteigern gegründeten Marke sind atmungsaktiv, schnell trocknend – und vor allem feuerfest. Der Hersteller schmückt sich mit den Zuschriften von Soldaten und Rettungskräften.

Als gute Marketingmaßnahme haben sich auch die Aufkleber mit dem kantigen Markenlogo entpuppt, die Massif seinen Lieferungen beilegt. Ständig erhalte er aus Afghanistan Fotos von seinen Stickern, sagt Geschäftsführer Scott Branscum. An Mauern, auf Panzern, überall sei der markante Schriftzug zu sehen.

Zwar gibt es schon ein kleines Sortiment an zivilen Hosen und Kurzarmhemden, jetzt aber will Massif in die klassische Herrenmode vorrücken. Anfang des Jahres wurden die ersten Stücke auf der Modemesse Pitti Imagine Uomo in Florenz vorgestellt.

Was die Kleidung bei den Soldaten so beliebt gemacht hat, soll auch Zivilisten überzeugen: Massif hat rund Tausend freiwillige Produkttester in den Streitkräften. Sie tragen laufend unter Feldbedingungen die neuen Stücke und geben Feedback zu jedem noch so kleinen Detail. Scheuern die Nähte? Sind die Taschen im Einsatz gut erreichbar? Zwickt es beim Granatwurf unter den Achseln? „Auf dieses Know-how kann sonst niemand zurückgreifen“, sagt Vertriebschef Scott Branscum. Davon soll auch der Geschäftsmann profitieren, der beim Meeting nicht lange nach dem Handy fummeln und abends noch wohlriechend zum Candle-Light-Dinner antreten will.

Gerettet von FTD.de

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